Der MKV als Österreichs attraktivste Jugendorganisation 2015 – Utopie oder Chance? – Rede am 69. Pennälertag des MKV 2011

Im Zuge des vom hohen Kartellvorsitzenden gestarteten Projekts „ Der MKV und seine Verbindungen als attraktivste Jugend- und Schülerorganisation 2015“ fand auch die große Mitgliederumfrage des MKV statt. Nicht nur jede Verbindung bekam einen Fragebogen, sondern gleich alle Kartellbrüder fanden einen im Briefkasten vor. Jeder sechste MKVer hat sich die Zeit genommen, diesen auszufüllen und wieder zu retournieren. Und wofür? Man hört oft Sätze wie “Aber meiner eigenen Verbindung bringt das Umfrageergebnis wenig bis garnichts!” Dabei zeigt es uns Schwarz auf Weiß, wo wir gerade stehen und bietet daher Grundlage für weitere Entwicklungen im MKV – und die hat unser Verband auch wirklich nötig!

Wie kann man überhaupt daran glauben attraktiver zu werden, wenn man die derzeitige Situation unseres Verbandes und der meisten seiner Mitgliedsverbindungen kennt? Nur wenige Organisationen haben in Österreich mit solchen Imageproblemen zu kämpfen wie der MKV. Dass wir altmodisch und verstaubt wirken liegt wohl auf der Hand. Wir stehen  nicht wirklich im besten Licht, werden verwechselt oder man kann mit uns nicht wirklich etwas anfangen. Doch kein Wunder, dass uns die Öffentlichkeit so wahrnimmt. Wenn man von den Medien dadurch definiert wird was man NICHT ist, anstatt dadurch was man ist, wer soll dann wissen wofür der MKV steht? Und nicht nur die Medien, sondern auch der MKV selbst präsentiert sich zu oft auf diese Weise. Identifikation durch Verneinung – der MKV verkauft sich dadurch schlecht und vor allem unter seinem Wert!

Und wie geht es dem MKV intern? Unsere Mitgliederzahlen deuten auf ein Schrumpfen des Gesamtverbandes hin und nur noch 62% der Aktiven sind unter 25 Jahren alt. Von gelebter Kartellbrüderlichkeit kann angesichts der viele Vorfälle auf den letzten Pennälertagen wohl auch nicht mehr die Rede sein. Durch Rüpelhaftigkeiten mancher Kartellbrüder wird bewusst unseren Ruf nach Außen und die Glaubwürdigkeit nach Innen geschädigt! Ebenso wenig kann die Rede von gelebter Tradition und Comment sein. Angesichts der Festzeltstimmung dieses und der vergangenen Pennälertage bin ich froh, dass wir unter uns sind und sich keine Medien, keine Kameras hier im Kommerssaal befinden. Es ist mir unbegreiflich, warum die in der Corona sitzenden Landeschargen nicht für Ruhe unter den eigenen Kartell- und Bundesbrüdern sorgen. Genauso unbegreiflich ist es mir aber auch, warum nicht jeder Einzelne den Sitznachbarn darauf aufmerksam macht, dass er sich nicht auf dem Münchner Oktoberfest befindet!

Nach Außen und nach Innen ist die derzeitige Situation des MKV also alles andere als gut. Auf dieser Grundlage kann das angestrebte Projekt „MKV – die attraktivste Jugendorganisation 2015“ doch nur eine Utopie sein!?

Vielleicht dachte unser hoher Kartellvorsitzende dabei aber an das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Schließlich ist oftmals der Weg das Ziel.

„MKV – Garten der Zukunft“ – so lautet das Motto des diesjährigen Pennälertages und um unsere Zukunft soll es heute auch gehen.

Durch Studien ist bekannt, dass die Sehnsucht nach Heimat, christlichen Werten und historischen Wurzeln in Österreichs Jugend wieder steigt. Mit anderen Worten: Der MKV hat eine solide Grundlage in der Gesellschaft und er hat das Potential dazu attraktiv zu sein.

Was bietet der MKV Jugendlichen überhaupt? Junge Burschen können erstmalig selbst gestalten, und wir sind dabei nicht allein – Jung und Alt stehen auf einer Augenhöhe. Hier werden Erfahrungen gemacht, die uns nicht genommen werden können! Nicht in vielen Organisationen können Jugendliche soviel lernen wie sie es hier bei uns tun. Dennoch sind unsere Verbindungen keine Vereine, in denen man nur „Dienst tut“, oder nur einen  „Mehrwert“ in Empfang nimmt; es bedeutet die Ausbildung diverser „Soft Skills“, die uns aber nicht nur zu unserem eigenen Ego oder zu unserem eigenen Fortkommen, nutzen sollen. Bildung und Erziehung in der Verbindung hat die Aufgabe junge Menschen zu lehren, ihre Interessen zu vertreten – und noch viel grundlegender – überhaupt zu lehren, Interessen zu haben. Verbindung als Erziehungsgemeinschaft soll Werte vermitteln, Schülern ein zweites zu Hause bieten und ihnen eine freie Entfaltung ihrer Anlagen zu ermöglichen.

Österreichs Jugend empfindet zwar einen steigenden Leistungsdruck in Beruf und Ausbildung. Doch will sie arbeiten und will sie etwas im Leben erreichen. Leistung ist ein unverzichtbares Element, um in der Zukunft bestehen zu können. Unsere Verbindungen sind die Schulen des Lebens. In einem geschützten Rahmen wird einiges gefordert – dennoch gilt der Grundsatz: „Fehler machen ist erlaubt!“.

Und was tut der MKV dafür? Er bietet ein breites Angebot an Seminaren und Schulungen. Und als wären LVS, KFS und TrAk nicht schon genug, werden ab Herbst vom Leopold Figl Institut noch speziellere, verbindungsspezifischere Seminare und Workshops angeboten. Jetzt liegt es an uns dieses Angebot auch anzunehmen!
Unsere Probleme in der Öffentlichkeit werden dadurch aber nicht gelöst! Denn dazu müssen wir aus unseren Buden raus, mehr in die Öffentlichkeit und auch dazu stehen, dass wir korporiert sind. Haben wir keine falsche Scheu, nicht alle verurteilen uns voreilig. Auch wenn wir es nicht schaffen, in ganz Österreich bekannt und anerkannt zu sein, so können wir es zumindest schaffen, direkt vor Ort präsent zu sein und bekannter zu werden, was auch die Keilung erleichtern sollte. Wir dürfen uns auch nicht immer nur abgrenzen und durch das definieren, was wir nicht sind, sonder müssen es auf den Punkt bringen, was wir sind. Verstärken wir den Kontakt zu unseren Schulen, nutzen wir die Möglichkeiten des Internets für unsere Zwecke, arbeiten wir – wie auch laut Umfrageergebnis von uns gewünscht – enger mit der Kirche und dem ÖCV zusammen, sowie mit der Katholischen Jugend und der Schülerunion. Planen wir öffentlich zugängliche Veranstaltungen, die hochwertig und gefragt sind. Fragen wir uns, „was können wir für die Gesellschaft tun“, dann wird auch ein positives Feedback spürbar werden.
Die Arbeit in unseren Verbindungen wird von Pennälern und von Philistern geleistet. Und genau diese, oder zumindest ein kleiner Teil von ihnen, sind es, die auch den Verband mit Leben erfüllen. Wir alle wissen, dass man seinen Platz in einer Mannschaft durch seine Aufgabe erhält, die man innerhalb dieser erfüllt. Wer bloß auf dem Spielfeld herumsteht, ohne eine echte Rolle und Funktion zu haben, gehört nicht wirklich dazu. Diese Aufgaben werden uns manchmal angeboten, manchmal zugewiesen und manchmal entwickeln wir sie in Hinblick auf unsere Fähigkeiten und Kenntnisse selbst.

Des Öfteren wird dann aber an den Funktionären des Verbandes aber auch an einzelnen Kartellbrüdern Kritik geübt. Manches Mal vollkommen zu recht – andere Male voreilig und ungerecht. Immerhin nehmen sich diese Kartellbrüder die Zeit, dass sie über ihre Verbindung hinaus auch etwas bewegen wollen. Wer außerhalb des Glashauses sitzt, kann leicht mit Steinen werfen! Schwieriger wird es schon im Glashaus sitzend damit zu werfen!
Vielleicht ist der MKV im Jahr 2015 die attraktivste Jugendorganisation Österreichs, vielleicht auch nicht. Doch um es mit einem anderen Zitat von Antoine de Saint-Exupéry zu sagen: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“

MKV – die beste Jugendorganisation 2015” ist eine Herausforderung, an der wir uns messen, an der wir wachsen und in der wir uns verwirklichen können. Dafür ist wichtig, dass sich jeder – weit mehr als in der Vergangenheit – aktiv in die Gemeinschaft, in unseren Lebensbund, einbringt. Wir sind Teil des MKV und der MKV ist ein Teil von uns! Egal wo man arbeitet, egal welche Position man hat; ob Fux, Bursch oder Philister – wir halten den MKV zusammen. Wir sind der MKV. Wir haben genug Hände um sie einander zu reichen und anzupacken. Wir sind 15.500 in über 160 Verbindungen. Wir sollten uns nicht immer fragen was der Verband für uns tun kann, denn wir sind der Verband. Beschweren wir uns doch seltener, sondern bieten wir unsere Hilfe an. Lassen wir uns nicht von anderen definieren, sondern zeigen wir der Öffentlichkeit wer wir wirklich sind. Bringen wir die beste Leistung, zu der wir fähig sind; und wenn wir damit fertig sind, übertreffen wir uns selbst! Wir sind der MKV! Wir sind der “Garten der Zukunft”! Packen wir´s an, es gibt viel zu tun!

Heil MKV!

Bernhard Valant v. Zerberus, RBF

Alexander Putz v. Goliath, ASO

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