Menschen die (Österreich) bewegen

ÖFB Teamchef Didi Constantini, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft DI Nikolaus Berlakovich, Trägerin des Weltmenschpreises 2007 Ute Bock, Bischof der evangelischen Kirche A.B. in Österreich Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, Mag. Dr. Andreas Unterberger – was auf den ersten oder zweiten Blick ein Querschnitt durch die landesweiten Nachrichten sein könnte ist ein Rückblick auf die letzten beiden Semester des Wingolf zu Wien.
Angetrieben von dem Ehrgeiz das beste Semesterprogramm (nicht nur) in Wien zu bieten, wurde eine Arbeitsgruppe mit 8 Wiener Bundesbrüder eingesetzt, die das Thesenpapier aus dem Bund als Grundlage für ihre Arbeit nutzten. Ein gewöhnliches 08/15 Semesterprogramm wollten wir nicht mehr bieten. Daher wurde im Sommersemester 2009 die Grundlage für unser damaliges Jahresthema „Menschen die Österreich bewegen“ gelegt.

Als ein Ergebnis der Arbeitsgruppe konnten vielfältige Vorschläge für ein ausgewogenes Programm präsentiert werden, inhaltlich ansprechend für alle Bundesbrüder.

Ein Ziel sollte neben abwechslungs-reichen Veranstaltungen auch die persönliche Weiterbildung des Einzelnen sein, der berühmte Blick über den Tellerrand des Studiums hinaus.

Jede einzelne Veranstaltung war ein voller Erfolg. Ob es eine ungezwungene Diskussion über die (ausbleibenden) Erfolge der österreichischen Fußballnationalmannschaft war, oder ob sich Profi-Fußballer von den Fangesängen ablenken lassen, oder es sie antreibt, wie man überhaupt Nationaltrainer wird – keine Frage blieb an diesem Abend offen.

Ebenso lies es sich Kartellbruder Umweltminister Niki Berlakovich nicht nehmen zum „Minister im Gespräch“ mit anschließendem Martiniganslessen in Couleur zu erscheinen und beantwortete trotz seiner knapp bemessenen Zeit Fragen, mit denen er so wohl noch in keiner Pressekonferenz konfrontiert worden war.

Bei den Worten Wirtschaftskrise, Banken-Bankrott und faulen Krediten stieß der Vortrag zu „Fusionen und Übernahmen“ (Mergers & Acquisitions) von Unternehmen auf offene Ohren. Jeder kennt diese Wörter, aber was wie eine Unternehmensübernahme, teils auch feindliche Übernahme, wirklich ist, wie sie funktioniert, davon hatten die wenigsten eine Ahnung. Der Dozent verstand es den komplexen Stoff seiner Vorlesungen, auch mit seinem breiten Wissen aus der Praxis, sehr anschaulich und leicht verständlich zu übermitteln.
Ernster wurde es beim Thema von Ute Bock, die uns schonungslos die Situation von Einwanderern aus allen Erdteilen, (Kriegs-)Flüchtlingen, Verfolgten aller Art oder Asylbewerbern schilderte. Unbegreifliche Schicksale wurden detailliert geschildert, die man eher aus einem diktatorischen oder sonst niedergebeuteltem Land gewohnt wäre, aber nicht von einem so reichen Land wie Österreich. Kaum einen der Zuhörer ließen die teils menschenunwürdigen Bedingungen kalt. Am Ende des Abends wurden 300 Euro gespendet.

Die österreichische Innenpolitik der letzten 10 Jahre nahmen wir gemeinsam mit Andreas Unterberger unter die Lupe. Als ehemaliger Chefredakteur der “Wiener Zeitung” wie von “Die Presse” bot er uns einen umfangreichen Einblick und es entwickelte sich eine vortreffliche Diskussion. Wie kaum ein anderer Vortragender schaffte er es uns mit seinen interessanten Ansichten, Erfahrungen und Berichten in seinen Bann zu ziehen.

Bei manchen Verbindung fristet das Thema Christianum ein Schattendasein. Um so mehr erfreute die Resonanz der Bundesbrüder, die Bischof Bünker auf die Bude locken konnte. Beinahe 40 Zuhörer lauschten gebannt den Ausführungen von Bischof Bünker zu verschiedenen christlichen Themen. Auch kritische Nachfragen zur evangelischen Kirche, der schwindenden Anzahl der Gläubigen, mangelhaft ausgebildete Pfarrer, oder der ökumenischen Zusammenarbeit wurden in einem gemeinsamen Dialog für alle Beteiligten zu einem spannenden Abend.

Abgerundet wurden die Semester-programme durch Programmpunkte wie Rhetorik Seminare von Semtool, ein Vortrag zum Thema „Umstände und Zustände in der Wirtschaft“ von Phil. Schranz – Brigadier a.D. -, ein Besuch der Generalprobe für das Weihnachtsoratorium von J.S.Bach mit Bass-Solist Phil. Müller-Brachmann Fr.93, Phil-x Weinhofer legte uns literarische Meisterwerke ans Herz, Phil. Krems den Jakobsweg und unseren Wingolf im dritten Reich. Weitere heitere Stunden brachten die Abende mit unseren Philistern Holzer und Kühnert, sowie Leitner und Kainz die viele Anekdoten über ihre Aktivenzeit erzählten.
Nach nunmehr zwei Semestern können wir ein erstes Resümee ziehen. In Zeiten der Bologna-Universitätskultur, steigenden Kosten die (noch mehr) Nebenjobs bedeuten, konnten wir die knapp bemessene Freizeit nicht nur im Kreise unserer Bundesbrüder verbringen. Wir haben es als kleine Verbindung in Wien geschafft, unsere knappe Freizeit abseits der Stafettentische sinnvoll zu nutzen und unseren Blick über den Horizont hinaus, auch für nicht alltägliche Probleme, zu öffnen.

Aus Sicht der Semesterplaner, wie auch aus Sicht der damaligen Arbeitsgruppe, ist unser erarbeitetes Konzept zu unserer vollsten Zufriedenheit aufgegangen.

Wir dürfen somit auf die nächsten Semester gespannt sein, welche hochkarätigen Gäste wir wieder zu uns auf die Bude locken können.

A.S. Wi07

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